Familie - Job - Training. Geht das?

Es geht schon - wenn man es möchte und sich überwinden kann, an den Wochenenden auch mal morgens um 5 Uhr aufzustehen um 120 Km und mehr abzustrampeln. Oder sich am Abend noch einmal für eine 70 - 80 Km - Strecke  zu motivieren, immer mit reichlich Höhenmetern selbstverständlich.

 

Jeder muss seinen eigenen Weg finden, hier trotzdem ein paar vielleicht recht nützliche Tipps:

 

Im Laufe der Trainingsmonate zu dieser extremen Radsportherausforderung (276 Km / 7030 Höhenmeter) wird wohl jeder, der dort an den Start gehen möchte, mal ein Motivationstief haben. Wenn man nicht gerade Profi ist, hat man doch meistens noch einiges anderes zu tun als seine Freizeit auf dem Rad zu verbringen. Sei es der Job, oder die Dinge, die in Haus und Garten zu tun sind. Und die Familie soll und darf natürlich auch nicht vernachlässigt werden. Man sollte also unbedingt eine Art individuellen Trainingsplan aufstellen,  sonst bekommt man's nicht auf die Reihe. Tatsache ist jedoch: Ohne gezieltes Training kann man sich die Reise in die Schweiz sparen.

 

Gut ist es, schon im Vorfeld des Alpenbrevets einen Härtetest durchzuführen.

Ich habe in der Trainingsphase einmal eine 300 Km - Strecke mit fast 5000 Höhenmetern in 11 Stunden absolviert, mit der richtigen Streckenplanung (GoogleEarth!) schafft man diese Höhenmeterzahl sogar im  Osnabrücker Land, welches mit Wiehengebirge und Teutoburger Wald nicht unbedingt alpine Verhältnisse bietet. Sich vorher eine Belastung in diesem Umfang anzutun, kann ich nur empfehlen, das gibt ein gutes Gefühl und mehr Sicherheit. Im Prinzip zählt jeder Kilometer, der von nun an aus eigener Körperkraft zurückgelegt wird, dabei kann  z. B. auch der Arbeitsweg mit eingebaut werden. Pro Trainingswoche habe ich zwischen 300 und 400 km gekurbelt - bei jedem Wetter.

 

Sinnvoll gerade für Flachländler ist es, wenige Wochen vorher schon einmal im Hochgebirge zu trainieren. Da bei uns ohnehin ein Urlaub in Südtirol für Anfang August geplant war, konnte ich vor dem Alpenbrevet  schon einige Kilometer in den Alpen sammeln. So bin ich 10 Tage lang jeden Morgen um 5 Uhr die 48 Kehren zum 2757 m hohen Stilfser Joch (Italien) hinaufgefahren. Eine fantastische Erfahrung! Am Morgen ist noch Ruhe auf dem sehr bekannten Pass, der tagsüber zum Rummelplatz wird. Die Sonne bringt die schneebedeckten Berggipfel zum Glühen.

Der restliche Tag ab dem Frühstück galt dem Familienurlaub.

 

Aufgepasst, wer viel trainiert, der wird anfälliger für Infekte. Ich habe mir Mitte August, also relativ kurz vor dem Rennen, eine Grippe eingefangen, durch die ich einige Tage aus dem Verkehr gezogen war  - ungünstig aber leider nicht zu ändern. Auf keinen Fall trainieren, wenn der Körper durch eine Erkrankung geschwächt ist. IMMER auf den eigenen Körper und Verstand hören!

 

Es ist sicher auch nicht falsch, sich vor Anmeldung zunächst mal das Okay vom eigenen Arzt zu holen.

 

Ich habe schon in der Zeit der Vorbereitung auf die Ernährungsprodukte zurück gegriffen, die auch während des Alpenbrevets zur Verfügung stehen. So geht man hinsichtlich evtl. Unverträglichkeiten auf Nummer Sicher und erlebt am Renntag keine unliebsamen Überraschungen. 2015 wurden Energy - Riegel/Gels/Getränke vom Sponsor Nutrixxion gereicht, die ich absolut und uneingeschränkt empfehlen kann.

 

Eine willkommene Abwechslung kann übrigens auch das Rollentraining bieten. Hier lassen sich konstante Belastungen wunderbar trainieren.

 

 

 

 

Passhöhe am berühmten Stilfser Joch

Nur wenige der 48 berüchtigten Kehren...

zum Stilfser Joch sieht man auf diesem Foto... tolle Trainingsmöglichkeiten im Ortlergebiet - hier holt man sich den letzten Schliff für extremalpine Herausforderungen.

Abzweigung zum Umbrail - Pass

Nach der Passhöhe Stilfser Joch (Italien) hat man die Möglichkeit über den traumhaft schönen Umbrailpass ins Schweizer Münstertal abzufahren. An landschaftlicher Schönheit kaum zu überbieten!

"Bergglühen" bei Tagesanbruch am Passo dello Stelvio(Stilfser Joch)


Achtung bei der Umbrail - Abfahrt: Murmeltiere queren die Straße in einer wilden, wunderschönen und menschenleeren Natur!